Ein Blick in die Vergangenheit

Unsere Geschichte lässt sich bis in das Jahr 1894 zurückverfolgen. Erfahren Sie hier ein paar Einzelheiten aus der Historie des Abwasserverbandes Braunschweig.

1894

Die biologische Abwasserverwertung begann in Braunschweig mit dem Bau der Rieselfelder am Klostergut Steinhof (Bodenfiltration), welches sich nördlich der Stadt befindet. Das Gebiet erstreckt sich auf ca. 460 Hektar und kann eine Abwassermenge von 10.000 Kubikmeter/Tag aufnehmen. Die Einwohnerzahl Braunschweigs belief sich zu dieser Zeit auf etwa 100.000.

Abtritte am Burgmühlengraben in Braunschweig, 1892

 

1946

Durch den starken Anstieg der Einwohnerzahl Braunschweigs genügten die Rieselfelder nicht mehr, um die stetig steigenden Abwassermengen zu reinigen. Ein großer Teil an Abwassermengen gelangte unmittelbar ohne Behandlung in die Oker.

 

1953

Die Stadt Braunschweig beschloss die Neuordnung ihrer Abwasserbeseitigung im Rahmen der von Bund und Ländern initiierten Maßnahmen zur Reinhaltung öffentlicher Gewässer. Durch die zu geringe Kapazität der Rieselfelder und die dadurch entstandene Dringlichkeit  in der Lösung der Abwasserfrage musste das Abwasserverwertungsgebiet vergrößert werden. Ebenfalls war die Errichtung einer neuen Pumpanlage mit mechanischer Vorklärung notwendig. Die propagierte Methode der landwirtschaftlichen Verwertung der Abwässer durch Verregnung verlangte zwangsläufig eine neue Organisationsstruktur.

 

1954

Die Entwicklung der neuen Organisationsstruktur war mit der Gründung des Abwasserverbandes Braunschweig am 30. November 1954 abgeschlossen. Gründungsmitglieder waren die Stadt Braunschweig und die Grundstückseigentümer der Beregnungsbezirke I und II.

 

1955

Das Verbandsgebiet wurde um die Beregnungsbezirke III und IV auf die jetzt noch bestehende Größe von 4.300 Hektar erweitert. 550 Grundstückseigentümer bekundeten ihren Willen zum gemeinsamen Handeln.

 

1955 – 1966

In diesem Zeitraum wurden die vier Beregnungsbezirke mit jeweils einem Beregnungspumpwerk ausgestattet. Heute haben wir ein Beregnungsleitungsnetz von ca. 117 Kilometer Länge.

Pumpwerk I im Bau, 1956

 

1955 – 1979

Während dieser Zeit erfolgte die Verregnung von nur mechanisch gereinigtem Abwasser, was zur Folge hatte, dass es im Verregnungsgebiet zu einer großen Geruchsbelästigung kam. Die Lösung der Frage der Geruchsbeseitigung war damals für den Verband existentziell.

Abwasserverregnung, 1957

 

1979

Zum Zwecke der Geruchsverminderung wurde eine Vorbehandlungsanlage am Standort Steinhof mit mechanischer und biologischer Reinigung in Betrieb genommen. Die Geruchsfrage war damit gelöst. Die Vorbehandlungsanlage wurde bis 1991 zu einer vollbiologischen Kläranlage ausgebaut.

 

1985 – 1991

Bis zum Jahre 1990 erfolgte der Umbau der alten Rieselfelder zu einer biologischen Nachreinigung. 1991 wurde das „Mäandersystem“ als neues Reinigungsverfahren im Rieselbetrieb eingeführt. Bei diesem System wird das Klärwasser in einer Horizontalpassage durch einen flussähnlichen Verlauf geschickt, so dass über eine Fließstrecke von mehreren Kilometern die biologische Nachreinigung vorgenommen wird.

Mäandersystem

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2000

Im Jahr 2000 wurde die Kläranlage um eine Schlammfaulung ergänzt.

 

2007

Um die im Verregnungsgebiet angebauten Energiepflanzen nutzen zu können und dadurch einen Mehrwert für die Mitglieder des Verbandes und die Einwohner/Bürger zu schaffen, wurde eine Biogasanlage in Hillerse errichtet.

Biogasanlage

Biogasanlage