Abwasserverband Braunschweig
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Klärwerk Steinhof

Entwicklung

Baujahr 1979

Erweiterungen: 1986, 1991, 2001, 2004/2005

Ausbaugröße: 275.000 EGW, It. Antrag auf Erweiterung der Biologischen Reinigungsstufe von 1990

Belastet mit ca. 350.000 EW Jahreswassermenge 2006 17.043.805 m³ (durchschnittliche Menge 21 Mio. m³/a)

Um die landwirtschaftliche Abwasserverregnung aufrechterhalten zu können, wurde im September 1979 die Abwasservorbehandlungsanlage in Betrieb genommen. Diese Anlage hatte zur Aufgabe, das bisher unbehandelt verregnete Rohabwasser vor zu behandeln und so die üblen Gerüche zu bannen, die die landwirtschaftliche Verregnung in Frage stellten. Mit der Anlage wurde eine biologische Teilreinigung durchgeführt. Der Überschussschlamm wurde dem Verregnungswasser wieder zugeführt. Im Wesentlichen bestand die Anlage aus einem Belebungsdoppelbecken und zwei Nachklärbecken.

Um für die landwirtschaftliche Verwertung schädliche Schwermetallkonzentrationen verhindern zu können, wurde Ende 1986 eine Vorklärung mit der entsprechenden Schlammspeicherung und Entwässerung in Betrieb genommen. Auch der biologische Überschussschlamm wurde nur noch in der Vegetationszeit dem Verregnungswasser zugegeben, um eine Überdüngung der Böden und damit ein Abwandern von Nährstoffen in das Grundwasser in den Wintermonaten zu vermeiden.

Zur Reduzierung und Kontrolle der Schadstoffkonzentrationen im Abwasser wurde neben der Schlammbehandlung die Indirekteinleiterüberwachung und -beratung der Gewerbe- und Industriebetriebe in Braunschweig eingeführt.

Im September 1991 ist die Ausbaustufe zur Nährstoffelimination, die weitergehende Reinigung, in Betrieb gegangen. Die Vorbehandlungsanlage wurde zu einem modernen Großklärwerk ausgebaut. Der Ausbau war aus mehreren Gründen notwendig: Zum einen wurde durch die Sanierung des Mischwasserkanalnetzes im Innenstadtbereich der Stadt Braunschweig und durch das Höhersetzen der Mischwasserüberlaufschwellen die zu reinigende Abwassermenge deutlich erhöht. Um die Wassermengen zum Klärwerk transportieren zu können, wurde das Hauptpumpwerk der Stadt in Ölper ausgebaut und eine neue Transportleitung DN 1500 von Ölper zum Klärwerk Steinhof verlegt.

Zum anderen erforderte der Schutz der Oker mit ihrer sehr geringen Wasserführung, dass das Klärwerk mit einer vollständigen Stickstoffelimination ausgerüstet wurde, um die Nährstoffe nicht in die Oker gelangen zu lassen. Für diese Verfahrensschritte wurden im Wesentlichen zwei Belebungsdoppelbecken und zwei Nachklärbecken zusätzlich errichtet. Die Phosphorelimination wird auf biologischem Wege ohne den Einsatz von chemischen Fällmitteln durchgeführt.

Im Jahr 2001 wurde die Schlammbehandlung um die Faulungsstufe erweitert. Dies war erforderlich, um die Klärschlammmengen zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität des Schlammes zu verbessern. Das entstehende Faulgas wird im Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmeerzeugung sinnvoll verwertet