Weltwassertag 2020

Seit 1993 wird alljährlich auf Initiative der Vereinten Nationen am 22. März der Tag des Wassers begangen. Ziel ist es, das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit für diese lebenswichtige Ressource zu schärfen. Der Weltwassertag 2020 steht unter dem Motto „Water and Climate Change“: „Wasser und Klimawandel“. Mit diesem Thema wollen die Vereinten Nationen verdeutlichen, wie eng die Themen Wasser, Natur und Klimawandel miteinander verbunden sind.

Die vergangenen Sommer in Deutschland waren geprägt von hohen Temperaturen und geringen Niederschlägen. Das wiederum führte zu gesteigertem Druck auf die Wasserressourcen. Unser aller Ziel muss daher sein, unseren Umgang mit diesem lebenswichtigen Gut deutlich effizienter zu gestalten.

Der Abwasserverband Braunschweig hat in über 65 Jahren einen Wasser-Nährstoff-Energie Kreislauf entwickelt- das Braunschweiger Modell, bei dem das gereinigte Abwasser in die Landwirtschaft gelangt und über eine Biogasanlage Strom und Wärme für mehrere Tausend Braunschweiger Haushalte produziert wird.

Aus den Haushalten und der Industrie der Stadt Braunschweig sowie einiger Gemeinden des Wasserverbandes Gifhorn fließt das Abwasser durch das Kanalnetz zunächst zum Klärwerk Steinhof, welches durch die Stadtentwässerung Braunschweig betrieben wird. Täglich kommen hier ca. 60.000 Kubikmeter Abwasser an. Das Abwasser wird durch ein mehrstufiges Verfahren gereinigt. Dieses beginnt mit einer mechanischen Stufe, gefolgt von einer biologischen. Danach verlässt das Wasser die Kläranlage Richtung Rieselfelder oder Verregnung.

Die Hälfte des vollbiologisch gereinigten Abwassers wird für die letzte Reinigungsstufe und zur Speicherung auf die Rieselfelder geleitet. Diese haben eine Größe von 275 Hektar, was einer Fläche von 385 Fußballfeldern entspricht. Durch die Einleitung des gereinigten Abwassers sind im Laufe der Zeit wertvolle Biotope entstanden. Viele Vögel haben hier einen neuen Lebensraum gefunden.

Die andere Hälfte des gereinigten Abwassers wird mit der Zugabe von nährstoffreichem Klärschlamm auf 2.700 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche im Verbandsgebiet verregnet. Dies entspricht einer jährlichen Wassermenge von 10 bis 11 Mio. Kubikmetern.

Die Verregnung ist so wertvoll für das Verregnungsgebiet, da der Boden in dieser Region sehr sandig ist. Das zusätzliche Wasser macht den Anbau von sogenannten Energiepflanzen, wie Mais und Roggen, erst möglich.

Mais und Roggen-Ganzpflanzensilage werden wiederum in der Biogasanlage Hillerse eingesetzt, um Biogas zu produzieren. Dieses wird dann über eine 20 Kilometer lange erdverlegte Gasleitung nach Braunschweig geleitet und in Strom und Wärme umgewandelt. 7.000 Braunschweiger Haushalte können dadurch mit Strom und mehr als 1.000 Haushalte mit Wärme versorgt werden.

An dieser Stelle schließt sich der Wasser-Nährstoff-Energie Kreislauf.

Jeder Bewohner, dessen Abwasser in dieses System fließt, hat die Möglichkeit, seinen Beitrag zum Schutz dieses Kreislaufes zu leisten, in dem Abfälle aus dem Haushalt nicht über die Toilette oder den Ausguss beseitigt werden.

In Zeiten der Ausbreitung des Corona-Virus ist Toilettenpapier zur begehrten Ware geworden und kann kurzzeitig ausverkauft sein. Taschentücher, Küchenrollenpapier und reißfeste Feuchttücher werden in manchen Haushalten als Ersatz verwendet. Sie gehören aber nicht in die Toilette. Teure Verstopfungen können die Folge sein.

Bitte entlasten Sie unsere Einsatzkräfte, indem Sie absolut unnötige Verstopfungen in Abwasserkanälen durch unsachgemäße Entsorgung von Hausmüll oder Hygieneartikeln unterlassen.

Helfen Sie mit, unsere lebensnotwendige Infrastruktur nicht unnötig zu belasten.