Abwasserreinigung

Mithilfe von 86 Pumpstationen gelangen ca. 700 Liter Abwasser in der Sekunde zur Reinigung zum Klärwerk Steinhof. Diese Menge entspricht ungefähr dem Leitungswasserverbrauch von 100 aufeinanderfolgenden Toilettenspülungen.

Das ankommende Abwasser wird durch Schneckenpumpen auf eine Höhe von 2,50 Metern angehoben und fließt von dort aus durch die gesamte Anlage.

Schneckenpumpen

Die erste Station ist die Rechenanlage. Hier beginnt der Reinigungsprozess des Abwassers. Alle großen Feststoffe (Rechengut) wie Papier, Textilien oder Holz werden aus dem Wasser entfernt und als Müll entsorgt.

Rechenanlage

Nachdem das Rechgut entfernt wurde, fließt das Abwasser langsam durch den belüfteten Sand- und Fettfang. An dieser Stelle setzen sich Steine und Sand am Boden ab. Das anfallende Fett, das sich an der Wasseroberfläche sammelt, wird zur Weiterbehandlung in die Schlammfaulungsanlage transportiert.

Sand- und Fettfang

Im Anschluss an die Sand- und Fettfänge durchläuft das Abwasser die Vorklärbecken, in denen sich organisches Material in Form von Schlamm (Vorklärschlamm) absetzt. Der Vorklärschlamm wird zerkleinert und in den Rohschlammspeicher gepumpt.

Im Mischbecken beginnt die biologische Reinigung. Das mechanisch vorgereinigte Abwasser wird mit Schlamm aus dem Nachklärbecken vermischt. Das Mischbecken dient als Anaerobbecken der biologischen Phosphorelimination.

Mischbecken

Über ein Gerinne verteilt sich das Abwasser-Schlammgemisch auf sechs Belebungsbecken. In den Belebungsbecken finden neben dem weitreichenden Abbau der Kohlenstoffverbindungen eine simultane Stickstoffentfernung sowie die biologische Phosphorentfernung mithilfe von Mikroorganismen statt. Der für den Abbau erforderliche Sauerstoff wird durch Oberflächenbelüfter zugeführt.

Belebungsbecken

Nach der biologischen Behandlung des Abwassers wird das Schlammwassergemisch durch Verteilerbauwerke auf die vier Nachklärbecken verteilt.

Nachklärbecken

Durch Sedimentation trennt sich der belebte Schlamm vom Abwasser. Das geklärte Abwasser fließt über die Zahnkantenschwellen der Nachklärbecken in das Ablaufgerinne. Von dort wird es in die Rieselfelder bzw. die Speicherteiche gepumpt oder zur Verregung genutzt.