Keramesch

Pharmakarückstände anthropogenen Ursprungs wie Diclofenac, Carbamazepin, Jodofenol, endokrine Stoffe oder persistente Rückstände von umweltgefährdenden Stoffen finden sich verstärkt in der aquatischen Umwelt. Sie werden überwiegend mit häuslichen bzw. kommunalen Abwässern eingetragen und können mit dem heutigen Stand der Klärwerkstechnik nicht oder kaum entfernt werden. Ihre Anwesenheit erschwert zunehmend eine Wiedernutzung des Wassers und erregt verstärkte Besorgnis wegen einer nachhaltigen Schädigung aquatischer Ökosysteme, z.B. über die Ausweitung von Antibiotikaresistenzen. Wegen der immensen zu behandelnden Volumina werden dafür neuartige preiswerte und leicht skalierbare Systemlösungen benötigt.

Vor diesem Hintergrund treibt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt ‚Keramesch‘ die Entwicklung von stabilen Materialverbundsysteme auf keramisch-metallischer Grundlage voran, die eine weitegehende Entfernung von Pharmaka- und Pestizidrückständen aus Abwässern ermöglichen. Der Abwasserverband Braunschweig wird in diesem Zusammenhang den Betrieb eines kleintechnischen Demonstrators durchführen. Dazu ist es notwendig, den Demonstrator in den Abwasserfluss der Kläranlage zu integrieren und ihn mit allen notwendigen Medien zu versorgen. In der Betriebszeit des Demonstrators werden wiederholt Messkampagnen zum Abbau von Mikroschadstoffen durchgeführt.

Generelle Ziele von Keramesch:

  • Entwicklung von Schwebekörper auf der Basis von Eisen-Keramik-Kompositen zur Spurenstoffelimination in wässrigen Lösungen
  • Optimierung von Eisenwerkstoffen im Hinblick auf die anzugreifenden funktionellen Gruppen in den ausgewählten Substanzen bzw. zur Reduktion von Uran/Arsen
  • Auswahl, Optimierung und Erprobung geeigneter Trägersubstrate auf Basis keramischer Schäume
  • Überführung in den Pilotmaßstab und Test in einer kommunalen Kläranlage einschließlich analytisches Monitoring

Projektlaufzeit: März 2017 – Februar 2020